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Meine zweite Leidenschaft- die Medizin. Seit ich denken kann, wollte ich Ärztin werden- da gab es nie auch nur den geringsten Zweifel. Schon im Kindergarten wusste ich genau, was ich wollte. Die Grundschule und das Gymnasium über habe ich meine Schwerpunkte und meine Freizeitgestaltung komplett auf diesen Wunsch ausgerichtet. Ich war im Katastrophenschutz tätig, habe eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin gemacht und einen Schulsanitätsdienst gegründet.

Mein Abi war leider nicht so klasse, daher musste ich 2 Jahre auf meinen Studienplatz warten. Aber trotz diesem kleinen Rückschlag gab es niemals einen Zweifel an meiner Studienwahl. Während der Wartezeit habe ich 10 Monate auf der Frühchen-Intensivstation unserer Kinderklinik gearbeitet, im Anschluss daran 1 Jahr im örtlichen Rettungsdienst als Rettungssanitäterin und zu guter letzt in einer hausärztlichen Praxis- also keine vertane Zeit. Ich konnte in ziemlich viele Bereiche der Medizin reinschnuppern und habe mein Herz an die Notfallmedizin und Neonatologie verloren- mein Traumjob wäre also eine Mischung aus Neonatologe und Notfallmediziner auf einem Kinder-Notarztwagen (:

Ich war natürlich überglücklich als ich endlich nach zwei langen Jahren die Einladung zu einem Auswahlgespräch hier an der Uni bekommen habe. Also packte ich meine sieben Sachen, fuhr einmal quer durch die Republik, gab 8 Seiten handgeschriebenen Lebenslauf ab und unterhielt mich mit einem Biochemiker und Neurochirurgen über die schönsten Kletterwände am Gardasee- ich war sehr verwirrt, kein Wort über Medizin, meinen Studienwunsch oder meine Beweggründe. Ohne irgendein Bauchgefühl fuhr ich wieder nach Hause und nach einer endlos langen Woche kam endlich der Anruf- ich hatte den Platz!

Es folgte ein Umzug ans andere Ende des Landes- innerhalb von 2 Wochen- die Komplettrenovierung unserer ersten Wohnung in der Platte, ein sehr anstrengendes erstes Semester weit weg von daheim mit einer psychisch labilen Mitbewohnerin und unzähligen verheulten, stundenlangen Telefonaten mit zu Hause. In dieser Zeit war ich felsenfest davon überzeugt, den größten Fehler  meines Lebens begangen zu haben und nur mein bester Freund konnte mich davon abhalten, schon vor den ersten Klausuren das Handtuch zu werfen. Die Klausuren gingen rum, die Mitbewohnerin brach das Studium ab und ging zurück nach Hause und ich suchte mir eine neue, eigene Wohnung im Stadtzentrum. Es wurde Sommer- der Sommer meines Lebens! Meine Wohnung war (ist) ein Traum, der Sommer an der Ostsee entschädigt für jede graue Winterstunde doppelt und im Studium durften wir endlich nach dem ersten Semester voll Physik, Bio und Chemie an die Anatomie– ich war also doch im richtigen Studium gelandet! Jetzt hatte ich auch die ersten Erfolgserlebnisse- auf Anhieb bestandene Anatomie-Testate und folgende Medizinerparties (:

Das dritte und vierte Semester stand ganz im Zeichen der Biochemie und Physiologie. Ziemlich stressig, ziemlich neu und zumindest Biochemie ziemlich nicht mein Ding.
Zu Beginn des dritten Semesters noch mein Wahlfach auf Englisch bei dem ich mich mit dem Seminarleiter angelegt habe (der sich später leider als Institutsleiter der Physiologie rausstellte, ziemlich dumm gelaufen), eine Versöhnung, eine 1 im Wahlfach un der Erkenntnis, dass es mit dem Physikum in Regelstudienzeit wohl nichts werden wird.
Das vierte Semester bestätigte mich in dieser Annahme- leider. Aber im Nachhinein war es der richtige Weg für mich, so habe ich mein Physikum etwas entspannter als meine Kommilitonen nach fünf Semestern gemacht und habe jetzt bis Oktober noch ein wenig Freizeit, in der ich wohl meine Famulatur beim Hausarzt und die Suche nach einer passenden Doktorarbeit unterbingen werde- und im Oktober werde ich mir also meinen ersten weißen Kittel kaufen (=

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